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SFB/TRR 135 „Kardinale Mechanismen der Wahrnehmung“

Sprecher: Prof. Dr. Karl Gegenfurtner, Psychologie, Justus-Liebig-Universität Gießen, Laufzeit: ab 2014

Die Sinnesorgane sind das „Fenster zur Welt“, sie ermöglichen den Empfang von Reizen aus der Umwelt. Doch wie verarbeitet das Gehirn die Informationen? Wie funktioniert Wahrnehmung? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der neue interdisziplinäre SFB/TRR. Der Start des Verbundvorhabens ist für April 2014 vorgesehen. Es handelt sich deutschlandweit erst um den zweiten Sonderforschungsbereich unter Federführung der Psychologie. Die Sprecherschaft für den interdisziplinären SFB liegt bei dem Gießener Psychologen Prof. Dr. Karl Gegenfurtner, weitere Mitglieder des geschäftsführenden Komitees sind Prof. Dr. Frank Bremmer,  Neurophysik (UMR), Prof. Dr. Katja Fiehler, Allgemeine Psychologie (JLU) und Prof. Dr. Gudrun Schwarzer, Entwicklungspsychologie (JLU).

„Unsere Gruppe von Antragstellern kann auf langjährige erfolgreiche Vorarbeiten verweisen, davon auch einige in DFG-geförderten Verbundprojekten. Darauf aufbauend wird der SFB eine Vielzahl von hochgradig interdisziplinären Projekten ermöglichen, die geeint werden durch das gemeinsame Ziel, zu verstehen, wie wir die Welt wahrnehmen und mit ihr interagieren“, sagte Prof. Gegenfurtner. Prof. Bremmer fügte hinzu: „Der Sonderforschungsbereich wird die Forschungsallianz unserer beiden Universitäten weiter bestärken, innerhalb derer unser Themenbereich bereits als Schwerpunkt und Aktionsfeld ausgewiesen wurde.“

Der SFB will untersuchen, wie das menschliche Gehirn aus sensorischen Eingangssignalen übergeordnete Bedeutung ableitet. Dazu soll der Prozess der Wahrnehmung umfassend auf der Basis dreier grundlegender Prinzipien erklärt werden: Prädiktion, Bewertung und Kategorisierung. Die dadurch entstehenden internen Modelle der Umwelt ermöglichen es dem Menschen, den künftigen Zustand der Umgebung sowie Handlungskonsequenzen vorherzusagen, die möglichen Risiken und den Nutzen von Reizen und Reaktionen zu bewerten sowie die unendliche Menge an Umweltreizen in Kategorien von Konzepten und Verhaltensweisen abzubilden. So bietet der SFB eine einzigartige Kombination aus Verhaltensexperimenten, Physiologie und Modellierung, um zu einem umfassenden Verständnis dieser drei Prinzipien zu gelangen. Langfristig, auch über die erste Förderphase hinaus, soll die Entwicklung dieser Mechanismen über die gesamte Lebensspanne hinweg erfasst werden. Dabei möchten die Wissenschaftler auch untersuchen, welche funktionelle Bedeutung die untersuchten Mechanismen bei neurologischen und psychiatrischen Krankheiten haben.

 

Prof. Dr. Karl Gegenfurtner
Abteilung für Allgemeine Psychologie
Justus-Liebig-Universität Gießen
Tel.: 0641 99-26100

E-Mail: karl.r.gegenfurtner(at)psychol.uni-giessen.de

Prof. Dr. Frank Bremmer
AG Neurophysik
Philipps-Universität Marburg
Telefon: 06421 28-26260, -24162

E-Mail: frank.bremmer(at)uni-marburg.de